CT Herz | MRT Herz

Herz- und Kreislauferkrankungen sind weltweit die häufigsten Erkankungs- und Todesursachen. Die Früherkennung eines  bestehenden Risikos für diese Erkrankungen am Herzen ist deshalb wichtige Vorraussetzung für eine rechtzeitige Behandlung. Diese kann sowohl aus vorbeugenden Massnahmen wie Kreislauftraining, Diät und Medikamenten bestehen als auch bei Erkennung von ernsteren Gefäßproblemen aus invasiver Herzkatheterdiagnostik mit interventionellen Therapieoptionen oder operativen Maßnahmen bestehen.

Der in der Regel über Leiste oder Armregion eingeführte Herzkatheter ist eine sogenannte invasive Methode und bedingt ein unvermeidbares Risiko von etwa 1% Komplikationsmöglichkeiten.

Herz-CT (Computertomographisch basierte Kontrastdarstellung der Herzkranzgefäße)

Bei geringem und mittleren Risikoprofil für eine koronare Herzerkrankung ist bei niedriger Wahrscheinlichkeit einer therapeutischen Maßnahme beim Herzkatheter daher die Computertomographie der Herzkranzgefäße (sog. Herz-CT) eine gute alternative Diagnostikmethode.

Die intravenöse Gabe von jodhaltigem Röntgenkontrastmittel ermöglicht die Darstellung der Kontur des Gefäßinneren bis ins Detail. Es werden nicht nur die bei Arteriosklerose eingelagerten Verkalkungen sichtbar, sonst auch gemischte und weiche Ablagerungen (Hard, Mixed und Soft-Plaques). Hierdurch kann die koronare Herzerkrankung auch in einem frühen Stadium noch ohne Verengungen der Gefäß gut erkannt werden.

Für die CT-Untersuchung muß der Patient pulserhöhende und gefäßkontrahierende Dinge vor der Untersuchung meiden (Rauchen, bestimmte Medikamente) und wegen der Kontrastmittelgabe aus Sicherheitsgründen nüchern erscheinen. Es wird je nach Pulsgeschwindigkeit Nitroglycerin unter der Zuge appliziert zur Gefäßerweiterung und bei hohem Puls gegebenenfalls ein Betablocker (Metaprolol) intravenös unter kardiologischer Aufsicht verabreicht.

Die Untersuchung wird in Rückenlage und Einatmung unter Aufzeichnung des EKG-Signals in wenigen Sekunden mit einem dosisarmen Protokoll gemessen und anschließend ausgewertet. Die bis zu 500 horizontalen Schichtaufnahmen jeweils verschiedener Herzzyklen werden von einer Spezialauswertungssoftware bearbeitet.

Die Gefäßverläufe und Aufzweigungen der Koronargefäße werden analysiert und das Gefäßinnere dargestellt. Es können so die Durchmesser der Gefäße im Verlauf beurteilt werden und Verengungen (Stenosen) der zentralen Gefäße der Koronarien gut erkannt werden. Ebenso sind die Ablagerungen auch ohne Stenoseeffekt gut erkennbar und erlauben eine gezielte Beratung noch vor Auftreten kritischer Gefäßengen. Der Grad der Kalksalzeinlagerung ist volumenbasiert messbar und erlaubt im Verlauf eine Messung des Erfolgs der Behandlung der Gefäßerkrankung.

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Die Herz-CT zur Darstellung der Koronargefäße ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und muss vor der Untersuchung entweder entsprechend begründet bei der eigenen Krankenkasse beantragt werden oder als Selbstzahlerleistung oder privatversichert  gezahlt werden. Wir informieren Sie gerne.

Die Herz-MRT

Die MRT des Herzen ist eine vollständig strahlenfreie Methode zur Diagnostik von Herzerkrankungen. Sie findet in einem statischen Magnetfeld unter entsprechender Abschirmung der Umwelt statt. Über elektromagnetische Impulse wird der untersuchte Körperteil angeregt und sendet auswertbare Antwortsignale. Mit intravenöser Kontrastmittelgabe (Gadolinium, kein jodhaltiges Kontrastmittel) kann die Durchblutung studiert werden und körperlicher Stress durch überwachte Injektion von Adrenalinähnlichen Substanzen (Adenosin) im Gerät simuliert werden.

Es kann daher die anatomische Struktur des Herzens mit hohem Kontrast untersucht werden und evtl. gefährliche Varianten oder Tumoren erkannt werden, ebenso sind kontrastreiche Fluß- und Bewegungsstudien durchführbar bei speziellen Fragestellungen von Kurzschlüssen (Shunts) und Klappenfehlfunktionen.

Hauptanwendung der MRT am Herzen ist jedoch die Diagnostik von Bewegungs- und Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Myokard) bei der koronaren Herzerkrankung mit Gefäßengen mit Mangeldurchblutung des Herzmuskels und die strukturelle Beurteilung des Herzmuskels bei Pumpschwäche.

Bei der Stress-MRT wird sowohl die Durchblutung des Herzens in Ruhe als auch unter simulierter Belastung untersucht. Es kann hierdurch die arterielle Durchblutungstörung des Herzmuskels festgestellt werden. Die Durchblutung wird durch Injektion von Adenosin kontrolliert gesteigert und somit eine Kreislaufbelastung simuliert. Zusätzlich können die Pumpfunktion des Herzens, die Kammergrößen, Tumoren, Thromben und Narben früherer Infarkte oder Entzündungen des Herzmuskels festgestellt werden.

Die Herz-MRT ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und muss vor der Untersuchung entweder entsprechend begründet bei der eigenen Krankenkasse beantragt werden oder als Selbstzahlerleistung oder privatversichert  gezahlt werden. Gerne informieren wir Sie hierzu detaillierter, ob eine solche Untersuchung für Sie in Frage kommt und helfen Ihnen bei der Kostenübernahme.

Perfusions-MRT des Herzmuskels von vorn betrachtet :

Spätaufnahmen, sogenanntes Late Enhancement zur Diagnostik abgelaufender Herzmuskelentzündungen und von Infarkten mit noch vitalem Herzmuskelgewebe:

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