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Arthrographie – Hüftregion

Einführung

Die direkte MRT-Arthrographie ermöglicht die minimal invasive Darstellung intraartikulärer Schlüsselstrukturen und die optimale Detektion einer chirurgisch oder konservativ behandelbaren Pathologie. Hauptsächliche Einsatzgebiete sind die Diagnostik an Schulter, Hüft-, Hand- und Ellenbogengelenk. Die Methode der Arthrographie wurde im Lauf der letzten Jahre wiederentdeckt, nachdem die konventionelle MRT bei ganz bestimmten Fragestellungen diagnostische Schwächen zeigte. In der angloamerikanischen Literatur wird aus medikolegalen Gründen häufig noch die unterlegene indirekte Arthrographie forciert. Hier wird durch Gelenkbelastung nach intravenöser Injektion eines Gadoliniumkontrastmittels die intraartikuläre Diffusion bewirkt. Der erzielte Kontrast ist der von uns angewendeten direkten Methode deutlich unterlegen und diagnostisch häufig ungenügend.

 

Technik

Das Gelenk wird unter Röntgendurchleuchtung und nach Lokalanästhesie mit Xylonest 1% unter absolut sterilen Kautelen mit einer 22G Nadel punktiert, wobei die Zugangswege je nach Fragestellung variieren können. Die intraartikuläre Lage wird durch Injektion von 0,5 ml Solutrast dokumentiert. Anschließend wird das Gelenk mit 5-20ml Artirem gefüllt. Dieses speziell für die  Arthrographie entwickelte Gadoliniumpräparat erlaubt eine optimale Kontrastierung im MRT.

Anschließend wird je nach Fragestellung und Wunsch des Patienten in einem offenen 1,5 Tesla MRT oder in einem 3 Tesla Hochfeldsystem untersucht. Die Untersuchungsdauer im MRT beträgt ca. 30 Minuten. Die Befunde werden dem Patienten im Anschluss an einer Workstation demonstriert und für den Überweiser als Ausdruck und CD dokumentiert.

 

Risiken und Nebenwirkungen

Typisch ist ein leichtes Druckgefühl im Gelenk für ein bis zwei Stunden. Schwere Komplikationen wie z.B. eine Infektion sind mit ca. 1 zu 50 000 Raritäten. Die Durchleuchtungszeit im Röntgen liegt pro Untersuchung bei ca. 3-4 Sekunden.

 

Arthrographie des Hüftgelenks

Die MRT Arthrographie ist ideal geeignet, um Läsionen des Labrum acetabulare nachzuweisen und zu differenzieren. Neben den üblichen Winkelmessungen im MRT wie Zentrum-Eck-Winkel, paraaxialer und coronaler Alphawinkel und der acetabulären Anteversion wird das Gelenk mit T1 flash 3D Sequenzen in allen Raumebenen abgebildet. Die Läsionen des Labrums werden in einem Zifferblattschema nach Czerny klassifiziert und die meist juxtalabralen chondralen Läsionen werden graduiert und planimetriert. So sind die Pathologika des femoroactabulären Impingements (FAI) vom Cam- und Pincer- Typ und nicht durch FAI bedingte Läsionen mit anderem Therapieansatz zu differenzieren . Auch die konventionelle 3 Tesla MRT ist der MRT Arthrographie unterlegen. Da Labrumeinrisse häufig nicht zu klinischer Symptomatik führen, kann die intraartikuläre Triggerung der Beschwerden durch eine intraartikuläre Anästhesie mit einem lang wirksamen Lokalanästhetikum, wie z.B. Carbostesin, in derselben Sitzung nachgewiesen werden.[2]

 

Fazit

Die direkte MRT Arthrograhie ist eine minimal invasive, wenig belastende und sichere Methode zur Diagnostik in der Gelenkbildgebung bei bestimmten Fragestellungen wie sie häufig bei Sportlern  auftreten. In der Diagnostik von SLAP Läsionen, der Verletzung der glenohumeralen Bänder und den Folgen des femoroacetabulären Impingements ist die direkte Arthrographie der konventionellen MRT deutlich überlegen.

 

Frau, 25 Jahre alt, seit 1 Jahr Coxalgie, zweimal MRT ohne klare Diagnose (T1 fettgesättigt. Hüftgelenk axial)

Pigmentierte villonoduläre Synovialitis (PVN)  an der ventralen und dorsalen Kapsel (siehe Bild)



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