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MR-Mammographie – Weibliche Brust

Die MR-Mammographie (MRM) ist eine ergänzende, teilweise aber auch allein ausreichende Methode zur Brustkrebsfrüherkennung, zur Nachsorge und zur Beurteilung von Brustimplantaten (Silikonprothesen). Die MRM ist die genaueste Untersuchung sowohl für Brustkrebs als auch für seine Vorstufen (DCIS); eine unauffällige MRM schließt Brustkrebs und seine Vorstufen praktisch aus.

 

Eine MRM ist sinnvoll:

  • zur Brustkrebsfrüherkennung bei Risikopatientinnen, insbesondere bei familiär gehäuftem Brust- und Eierstockkrebs
  • zur Brustkrebsfrüherkennung und zur Nachsorge nach Brustkrebs bei Brustimplantaten und Aufbau mit Eigengewebe
  • zur sicheren Unterscheidung zwischen Narben und neu aufgetretenem Brustkrebs nach brusterhaltender Operation oder Amputation
  • zur weiteren Diagnostik bei unklaren Befunden in Mammographie und Ultraschall, um Biopsien zu vermeiden
  • zur Ausbreitungsdiagnostik vor einer Operation, insbesondere beim lobulären Karzinom, zum Ausschluss von weiteren Herden
  • zur Auswertung des Therapieerfolgs bei Chemotherapie
  • zum Auffinden versteckter Tumore (CUP) bei Lymphknotenbefall und unauffälliger Mammographie / Ultraschall
  • bei schlechter Beurteilbarkeit der Mammographie bei dichtem Drüsengewebe
  • zur Diagnostik bei einseitiger Mamillensekretion

 

Die Kosten werden in der Regel von den privaten Krankenversicherungen übernommen.

Für gesetzlich Versicherte gibt es ein engeres Indikationsspektrum:

 

  • V. a. Rezidiv nach brusterhaltender Therapie 12 Monate nach Bestrahlung oder nach Aufbauplastik 6 Monate postoperativ,
  • gesicherte axilläre Lymphknotenmetastase bei unbekanntem Primärtumor und negativer Mammographie und Sonographie (CUP-Syndrom).

 

Voraussetzungen und Durchführung der Untersuchung

Die Untersuchung dauert etwa 20 Minuten, die Patientin liegt dabei auf dem Bauch.

Über Klaustrophobie wird nur selten geklagt, die Bauchlage wird von den meisten Frauen als relativ angenehm empfunden. Unser 1,5 T – Siemens Magnetom Aera verfügt mit einer inneren Öffnung von 70 cm auch über deutlich mehr Raum im Magneten als übliche Scanner mit 60 cm Öffnung.

Die Qualität der Untersuchung hängt unter anderem von der örtlichen und zeitlichen Auflösung der Bilder ab. Mit unserer 16-Kanal-Oberflächenspule (üblich sind andernorts meist noch 4-Kanal-Spulen) können wir zeitlich hoch aufgelöste dynamische Sequenzen mit Submillimeterschichten beider Brüste erstellen, das ist wichtig für eine Aussage über die Kontrastmittelaufnahme und –auswaschung (wash-out) eines Herdbefundes, das ist wichtig für die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Veränderungen.

Anders als die meisten anderen Institute führen wir routinemäßig eine Bewegungskorrektur der Bilddaten durch, so dass keine typischen Bewegungsartefakte mehr auftreten, die kleinere Befunde sonst verbergen könnten.

Zur weiteren Steigerung der Genauigkeit enthält unser Standarduntersuchungsprotokoll auch diffusionsgewichtete Echoplanarsequenzen und ADC-Maps. Diese schon seit Jahren verfügbare, aber immer noch nicht flächendeckend eingesetzte zusätzliche MR-Technik stellt die freie Bewegung von Wassermolekülen dar. Ist sie eingeschränkt, kann ein zellreicher, da bösartiger Tumor die Ursache sein.

Die MRM wird immer mit intravenösem Kontrastmittel (Gadolinium) durchgeführt, da insbesondere kleine Tumoren und DCIS nur durch die Kontrastmittelaufnahme entdeckt werden können. Brustimplantate können ohne Kontrastmittel beurteilt werden, meist wird jedoch zum gleichzeitigen Ausschluss entzündlicher oder bösartiger Veränderungen Kontrastmittel gegeben.

Nach der Untersuchung werden die Bilder der Patientin gezeigt und erörtert. Der Befund wird nach interner Zweitbefundung in der Regel innerhalb von zwei Arbeitstagen zugefaxt, in dringenden Fällen wird umgehend ein vorläufiger Befund mitgegeben, gefaxt oder telefonisch mitgeteilt.

 

Eine MRM kann nicht durchgeführt werden bei

  • Patientinnen mit Herzschrittmacher oder anderen Implantaten, die nicht einem Magnetfeld und Hochfrequenzimpulsen ausgesetzt werden dürfen
  • Schwangerschaft

 

MR-gesteuerte Vakuumbiopsie

Wenn verdächtige Veränderungen nur in der MRM darstellbar sind, kann eine Vakuumbiopsie bei uns durchgeführt werden. Dafür wird die Patientin auch wieder in Bauchlage in einer speziellen Biopsie-Spule gelagert. Nach Probeentnahme in örtlicher Betäubung wird die Biopsiehöhle mit einem auch im Ultraschall und in der Mammographie sichtbarem Klip markiert.

 

Einschränkungen der Methode

Früher wurden mit der MRM viele harmlose Veränderungen als auffällig eingestuft, dadurch waren zu viele Kontrollen notwendig, zu viele Gewebeentnahmen und zu viele ausgedehntere Operationen. Durch entsprechende Erfahrung mit Beachtung neuerer Diagnosekriterien, die durch hochauflösende Sequenzen mit Submillimeterschichten möglich wurden, konnte die Genauigkeit der MRM deutlich gesteigert werden. Gelegentlich werden trotzdem noch kurzfristige Kontrollen nach 6 Monaten notwendig, insbesondere wenn keine Voraufnahmen vorliegen, oder es wird eine zusätzliche gezielte Ultraschalluntersuchung empfohlen.

 

Für weitere Informationen zur Abklärung der weiblichen Brust besuchen Sie bitte die Seite unserer Standorts am Turmcarée: http://dev.brustzentrum-turmcare.de/



Unsere Leistungen sind TÜV-Zertifiziert.
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